Die Buchstaben sind wie Ameisen und haben ihren eigenen geheimen Staat.
Elias Canetti

Online-Meetings: Warum der Hintergrund eine wichtige Rolle spielt

Anfangs habe ich mich gewunden. Ich konnte mich gar nicht damit anfreunden, statt Telefonaten und persönlichen Treffen nun einen Online-Meeting-Raum zu betreten und mich und meinen Arbeitsplatz in meinem Home-Office so sichtbar und nahbar werden zu lassen.

Nun, einige Wochen später, genieße ich es. Wo persönliche Treffen so reduziert sind, empfinde ich jedes Online-Meeting, in dem die Kamera an ist, als Seelenstreichler. Ich genieße es, Menschen auf meinem Rechner ins Gesicht schauen zu können. Regungen zu beobachten, Gesten zu sehen und auch: in deren Arbeits- und Wohnräume zu treten.

Und genau darum geht es nun: Um das, was wir hinter unseren Gesprächspartnern sehen, wenn wir die Kamera einschalten. Denn damit sagen wir jede Menge über uns selbst aus.

Der Hintergrund sagt sehr viel aus

Kürzlich habe ich an einem zweistündigen Meeting mit 20, mir völlig fremden Menschen, teilgenommen. Es war der First-Timers-Call eines Netzwerkes, dem ich im vergangenen Jahr beigetreten bin. Mit meinem Eintritt zu dem Meeting konnte ich in 17 fremde Wohnungen oder auf digitale Hintergründe schauen (3 Teilnehmer waren per Telefon zugeschaltet).

17 Menschen, die uns allen anderen Einblicke in ihr Leben und damit in ihre Persönlichkeit gewähren. Jeder einzelne entscheidet selbst, welchen Einblick er zulässt. Wie privat oder besser: wie persönlich oder wie professionell dieser Einblick ist.

Eine Möglichkeit ist, ein Bild, das wir gerne mögen, in den Hintergrund einzusetzen. Zum Beispiel ein Landschaftsbild, oder ein Bild, das zu der Stadt, in der wir leben, passt. Das lässt sich sehr leicht umsetzen. Wir müssen nur unter den Einstellungen des Systems das entsprechende Motiv hochladen. Bei manchen Systemen kann man auch den Hintergrund auf „verschwommen“ stellen. Dann ist der Blick in den jeweiligen Raum verschwommen.

Bestandteil unseres Auftritts

Eine schöne Variante ist es, wenn wir unser Hintergrundbild passend zu Meeting- oder Vortragsthema einsetzten. Bei meinem Beispiel oben hat die Referentin Mylgia van Uytrecht einen Vortrag in unserem Rotary-Club zum Thema „Survival oft he digital fittest“ gehalten. Als Motiv für ihren Hintergrund hat sie bewusst ein Bild mit Dschungel-Ambiente gewählt, um das Thema „Survival“ bildlich zu stärken. Eine tolle Idee!

Natürlich können wir auch unser Firmenlogo einsetzen und damit unser Corporate Design zur Wiedererkennung nutzen. Oder – wie ein Teilnehmer des oben genannten First-Timers-Meetings – eine Folie aus seiner Selbstpräsentation. In diesem Fall war sie jedoch so voll gestopft mit Schriften und Bildelementen, dass wir Betrachter kaum etwas erkennen konnten.

Oder wir entscheiden uns, einen Einblick in unsere Wohn- oder Arbeitszimmer zu gewähren. Da habe ich schon durchgestylte Büros, Küchenschränke mit allerlei Krimskrams, schicke Couchgarnituren oder verheißungsvolle Partykeller gesehen. Hinter meinem Schreibtisch steht ein Bücherregal, das randvoll mit alten und neuen literarischen Werken, Romanen, Krimis oder Sachbüchern ist.

Ich fand das anfangs sehr unruhig. Doch dann kam mir der Gedanke, dass diese Bücher genau dafür stehen, was ich beruflich tue: Storytelling. Jedes Buch, das hinter mir steht, erzählt eine Geschichte. Und so passt das Regal hervorragend zu meinen beruflichen Projekten und Themen.

Mein Hintergrund ist automatisch Teil meiner Corporate Identity, teil dessen, was mein Beruf ist.

Wir können unsere Hintergründe also ganz gezielt einsetzen und ihn als Teil unseres Meetings inszenieren. Ein Architekt kann seine Baustruktur nutzen, eine auffällige Treppe oder auch Möbel im Hintergrund platzieren. Ein Küchenstudio kann so besonderen Fronten seiner neuesten Ausstellungsstücke wie zufällig präsentieren. Oder – wie bei dem Vortrag – kann ein Bild die Inhalte untermauern. Alles ist möglich!



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