Interview mit Uta Over

Wie ich in der Stille Hoffnung gefunden habe – über Ertaubung, Angst und einen Neuanfang

In meinem Interview mit Uta Over sprechen wir über das Hören, ihre Ertaubung und ein Experiment, das ihr Mindset verändert.

Uta hat eine Mittelohrentzündung und wird von heute auf morgen auf einem Ohr taub. Sie geht zum Facharzt, nimmt Antibiotika und denkt: „Das wird wieder gut.“ Bis sie extremen Schwindel bekommt und ins Krankenhaus eingewiesen wird. Nach drei Tagen entdecken die Ärzte, dass ihr Trommelfell weg ist und sagen ihr auf den Kopf zu, dass das so bleibt.

Sie geht wieder arbeiten und merkt: Es reicht nicht, mit einem Ohr zu hören. Sie entscheidet sich, sich ein Cochlea-Implantat einsetzen zu lassen. Dann geht alles ganz schnell. Nach der Operation braucht sie wieder Geduld, denn das Implantat kann erst fünf Wochen später eingestellt werden. Diese Zeit ist für sie eine echte Herausforderung, denn eigentlich ist sie ein Mensch, der sich Sorgen macht und schnell ängstlich wird.

Sie beschließt, sich nicht kleinkriegen zu lassen und startet ein Experiment. Diese fünf Wochen werden ihre Hoffnungs-Wochen. Sie postet jeden Tag ein Foto, ein Zitat oder einen Vers zum Thema Hoffnung. Ihre Freunde schicken ihr von sich aus Fotos und Zitate. Was als Experiment beginnt, verändert ihr Mindset nachhaltig. Ihr Leben ist heute anders, weil sie weiß, dass sie ihr Leben gestalten kann.

Als es so weit ist, begleitet ihr Mann sie. Nach einigen kurzen technischen Erklärungen hört sie die ersten Töne und ist glücklich.

Wir sprechen auch über ihre Arbeit als Kinderwunsch-Beraterin. Sie und ihr Mann haben sich selber Kinder gewünscht. Als ihr Wunsch nicht in Erfüllung geht, sucht sie eine Kinderwunsch-Beraterin auf, die ihr hilft, ihren Wunsch loszulassen und sich von ihm zu verabschieden.

Als ihr Mann ihr vorschlägt, ihre Geschichte aufzuschreiben, legt sie einfach los. Sie schreibt über ihre Ertaubung, über ihre Gefühle und ihren Weg. Sie veröffentlicht ihre Geschichte unter dem Titel „Hören verloren, Hoffnung gefunden“. Was Kermit mit ihrer Geschichte zu tun hat, das erzählt sie uns auch. Doch die Ängste, dass sie das Hören wieder verlieren könnte, bleiben. Sie lernt, die Angst anzunehmen und anzuschauen.

„Hoffnung hat mir die Kraft gegeben, weiterzugehen, selbst wenn der Ausgang ungewiss ist“, sagt Uta.

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