Neuer Titel meines Buches

Warum ich dieses Buch zweimal angefangen habe – und warum der Titel sich erst im letzten Moment geändert hat

Es gibt Projekte, die man schreibt. Und es gibt Projekte, die einen schreiben.

Dieses Buch gehört zur zweiten Kategorie.

Als ich das erste Mal anfing, es zu Papier zu bringen, hieß es noch anders: „Meine Geschichte und ich – Geprägt, verstanden, neu geschrieben.“ Ein Titel, der gut klingt. Erklärt, was drinsteht. Sachlich, klar, vollständig.

Und trotzdem hat er sich nie ganz richtig angefühlt.

Dann, irgendwann mitten im Schreiben, kam mir ein Satz in den Sinn. Ein Satz, den ich als Kind x-mal gehört hatte. Zur Einschulung. Zur Konfirmation. Zum Schulabschluss. Immer wieder, wie ein Ritual:

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens .“

Meine Oma. Jedes Mal neu ernst gemeint. Jedes Mal mit diesem Blick, der sagte: Ab jetzt zählt es.

Damals habe ich innerlich gerollt mit den Augen. Heute weiß ich: Sie hatte recht. Nur nicht so, wie sie es meinte.

Denn der „Ernst des Lebens“ für mich war nicht der Kindergarten, nicht die Schule, nicht die Konfirmation. Der Ernst des Lebens war das, was danach kam. Die Momente, in denen ich nicht mehr weiterwusste. Die Muster, die sich wiederholten. Die Fragen, auf die ich lange keine Antworten hatte.

Und dann – das Schreiben. Das Hinschauen. Das Verstehen.

Seitdem ich Biografien schreibe und meinen Verlag gegründet habe, weiß ich endlich, was meine Lebensaufgabe ist: Lebensgeschichten eine Stimme zu geben. Das hätte meine Oma wohl nicht kommen sehen.

Was in diesem Buch steckt

„Jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Meine Geschichte und ich.“ ist meine eigene Biografie. Offen, ehrlich, ohne glatte Oberflächen.

Ich schreibe über Flucht und Wurzellosigkeit in meiner Familie. Über eine Kindheit, die mich geprägt hat – auf Weisen, die ich erst viel später verstanden habe. Über Liebe und Verlust, über eine Scheidung und eine Insolvenz. Und über den langen, manchmal steinigen Weg zurück zu mir selbst.

Nicht als Erfolgsgeschichte. Sondern als echte.

Was mich beim Schreiben immer wieder überrascht hat: Wie vieles, das ich für mein persönliches Problem hielt, gar nicht meins war. Wie tief Muster reichen können, die uns niemand bewusst beigebracht hat. Und wie befreiend es ist, sie zu erkennen.

Für wen ich es geschrieben habe

Für Menschen, die das Gefühl kennen, auf der Stelle zu treten – obwohl sie sich so bemühen.

Für alle, die irgendwann aufgehört haben zu fragen, warum sie so reagieren, wie sie reagieren – weil die Antwort zu unbequem schien.

Und für die, die bereit sind, nicht nur nach vorne zu schauen, sondern auch zurück. Weil man nur dann wirklich frei wird.

Du musst meine Geschichte nicht teilen, um dich darin zu erkennen. Das ist das Besondere an echten Geschichten: Sie berühren etwas, das über sie selbst hinausgeht.

Und jetzt?

Das Buch ist bald da. Es wartet auf dich.

Wenn du spürst, dass dich das anspricht, dann ist es für dich.

Du findest es ab sofort im Shop. Ich würde mich freuen, wenn es dir gibt, was ich beim Schreiben gefunden habe: das Gefühl, dass deine Geschichte einen Sinn ergibt. Dass du nicht irrst. Und dass es sich lohnt, hinzuschauen.

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