Die Macht der Wiederholung

Die Wiederholung wirkt

Vor einiger Zeit habe ich mit einem Podcast Gast nach dem Ende der Aufnahme noch eine ganze Weile weitergeredet. Wir kamen von Höcksken auf Stöcksken. Natürlich sprachen wir auch über ihre und meine Geschichte, über Personal Branding und darüber, wie wichtig es ist, die eigene Geschichte und Botschaft immer wieder zu erzählen.

Und dann sprachen wir über die Geschichten, die wir auf Social Media, in Newslettern, Büchern und auf Bühnen hören und lesen. Sie sagte dann: „Also, von manchen habe ich die Geschichte jetzt so oft gehört, dass ich sie gar nicht mehr hören kann.“

Nach unserem Gespräch dachte ich darüber nach und ging in Gedanken all die erfolgreichen Unternehmerinnen und Unternehmer durch, die ihre Geschichte erzählen. Immer wieder, auf all ihren Kanälen. Weil ihre Geschichte einen wichtigen Wendepunkt in ihrem Leben markiert und zeigt, was sie antreibt und warum sie heute tun, was sie tun.

Sie erzählen ihre Geschihte immer und immer wieder

Ob Jochen Schweizer, Hermann Scherer, Judith William, René Moore, Tobi Beck, Fank Thelen, und viele andere mehr – sie alle erzählen ihre Geschichten immer und immer wieder. Nicht erst seit gestern, sondern gebetsmühlenartig seit Jahren. Sie variieren die Ausschnitte, die sie erzählen und zeigen mal mehr, mal weniger ausführlich, was sie erlebt haben. Doch sie tun es immer und immer wieder.

Dazu fällt mir ein Webinar ein, indem der Marketing-Profi sagte: „Dann, wenn du langsam selber genervt bist, immer wieder deine Geschichte und deine Botschaft zu wiederholen, erst dann beginnt deine Zielgruppe dich wahrzunehmen. Und dann haben sie noch lange nicht gekauft.“

Und ich erinnerte mich daran, dass ein einfacher Müsli-Hersteller es mit der Wiederholung seiner Werbebotschaft auf die Spitze getrieben hat und heute zu den Marktführern gehört: Willi Pfannenschwanz von Seitenbacher Müsli. Seinen Namen kannte ich bis vor kurzem nicht, die Marke seines Müslis schon.

Als ich das erste Mal seinen Spot im Radio gehört habe, dachte ich: „Das gibt’s doch nicht! Was ist denn das für ein Spot?“

„Seitenbacher Müsli, woisch, des isch des Müsli von dem Seitenbacher! Seitenbacher-Müsli – lecker, lecker, lecker, lecker, lecker, lecker!“

Ein total reduzierter Text, gesprochen mit einem starken schwäbischen Akzent. Die Spots setzten auf wenig Inhalt und häufige Wiederholung, so dass sie sich schnell einprägen und erinnert werden. Sie sind in aller Ohren und haben dafür gesorgt, dass sich ein kleiner Betrieb zu einem starken Familienunternehmen entwickelt hat, dessen Radio-Spots Kultstatus erreicht haben.

Die Wiederholung bleibt in Erinnerung

Auch zeigt sich, dass die Wiederholung hier ein Erfolgsgarant ist. Wiederholung ist ein mächtiges rhetorisches Instrument, dass dazu führt, dass deine Story wirkt. Erzähle deine Botschaft so oft du kannst auf all deinen Kanälen und denke nicht, dass du andere nervst.

Du möchtest verkaufen, dazu müssen dich deine Wunschkundinnen kennenlernen und erleben.

Wusstest du, dass Willi Pfannenschwanz seine Spots selber einspricht? Ich habe das erst vor kurzem erfahren – genauso wie den Rest seiner Geschichte, die ich beeindruckend finde.

Wie erzähle ich gute Geschichten?

Wie erzähle ich gute Geschichten ist eine der Fragen, die mir am häufigsten gestellt wird.

Die einfache Antwort darauf ist: Einfach machen!

Hier sind 5 Schritte, die dir dabei helfen, gute Geschichten zu erzählen.

Schritt 1:

Such dir ein Thema, das du zu einer Story entwickeln möchtest. Das kann ein persönliches Erlebnis sein, das zu deiner Arbeit passt. Das kann ein Kundenerlebnis sein, ein Erfolgserlebnis oder auch ein Projekt, das nicht so gelaufen ist, wie Du es geplant hast.

Ich empfehle Dir, Erlebnisse, kleine Episoden und Geschichten aufzuschreiben, so dass Du eine „Geschichtenschatztruhe“ hast, aus der Du schöpfen kannst.

Schritt 2:

Baue Deine Story auf. Wenn ich für meine Kundinnen und Kunden eine Personal Brand Story schreibe, arbeite ich mit der Heldenreise. Ihre 17 Stationen helfen mir, ein Gerüst aufzubauen, dass ich Station für Station mit Leben fülle. Für Beiträge auf LinkedIn oder Instagram nutze ich eine ganz einfache Struktur: Einleitung, Hauptteil, (Happy) End(e). Je nachdem, ob es das Thema hergibt, baue ich einen Wendepunkt ein, um die Spannung zu erhöhen und um zu zeigen, wie ich beispielsweise eine Herausforderung gelöst habe.

Der Anfang ist wichtig, damit Du die Lesenden dort abholst, wo sie bei Deinem Thema stehen. Das hilft ihnen, sich mit Dir und dem Beitrag zu verbinden.

Im Hauptteil baust Du Spannung auf und für das Ende arbeitest Du mit einer Lösung, mit einem Angebot oder mit einem „Call to Action“ um Deine Lesenden zu motivieren, mit Dir in Kontakt zu treten oder direkt zu buchen oder kaufen.

Schritt 3:

Ich nutze eine starke Bildsprache und versuche, die Situationen so lebendig wie möglich zu beschreiben, damit die Lesenden in die Geschichte eintauchen können. Versuche so zu schreiben, dass Deine Lesenden die Situation fühlen, hören, schmecken und riechen können und mit dir mitfiebern.

Schritt 4:

Eine gute Geschichte entfaltet dann ihre größte Kraft, wenn sie gut erzählt wird. Verändere die Betonung, sprich mal leiser, mal lauter, mache Pausen um die Wirkung des Erzählten zu erhöhen und zeige selber Emotionen, indem Deine Mimik „mitspricht“.

Schritt 5:

Es ist wichtig, dass Du selbst Freude daran hast, Geschichten zu erzählen. Nur wenn wir selber für etwas brennen, können wir andere anzünden. Wenn Deine Zuhörenden spüren, dass Du für das brennst, das Du erzählst, kleben deine Zuhörenden an Deinen Lippen.

Noch ein Punkt ist wichtig: Übung macht die Meisterin und den Meister!

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