Manchmal sieht man vor lauter Worten das Ende des Satzes nicht mehr.
Heute war ich im schönen Oberbergischen Kreis wandern. Ich habe eine Route aus meinem Wanderführer heraus gesucht und mich an den Zeichen an Bäumen orientiert. Leider waren sie nicht überall deutlich zu sehen, manchmal zugewachsen und sicher auch an manchen Stellen verwschwunden. Es kam wie es kommen musste: ich habe mich verlaufen und so wurden aus 13 km plötzlich 18! Mit unserer Sprache ist es häufig auch so. Man verläuft sich sehr schnell: Continue reading „Wie uns klare Kommunikation den Weg weist“
Gestern Abend kam einer meiner Lieblingsfilme im Fernsehen – ein Klassiker: Dirty Dancing. Und darin sagt Baby das – für mich – Zitat aller Film-Zitate: „Ich habe eine Wassermelone getragen.“ Gorßartig: Patrick Swazey steht vor ihr, fragt warum sie als Gast in dem Angestellten-Bereich ist und sie, die sich in ihn verguckt hat, sagt so etwas völlig widersinniges. Warum ich dieses Zitat so genial finde? Ganz einfach: Es zeigt auf einfachste und zugleich eindrucksvolle Weise, dass in der Liebe die Kommunikation völlig andere Wege geht, als im „normalen“ Leben. Continue reading „Warum die Kommunikation in der Liebe ihre eigenen Wege geht“
Jeder von uns hat so seine Lieblinge, wenn es darum geht, Sprech-Lücken zu überbrücken oder seine Aussagen mit Hilfe von so genannten Weichspüler-Wörten zu schmälern! Das Schöne daran ist: wir bemerken es gar nicht. Demzufolge fällt die Trennung von solchen Worten ziemlich schwer, denn sie sind uns wie in Fleisch und Blut übergegangen.
Ich habe vor einiger Zeit mit einer Freundin einen kleinen Wettbewerb begonnen. Dabei ging es darum, gegenseitig mittels einer Strichliste aufzuschreiben, wann wir das Wort „eigentlich“ benutzen. Jeder Strich stand für 10 Cent. Von dem Erlös wollten wir Kaffee trinken gehen. Wir hatten jedoch nicht festgelegt, in welchem Zeitraum wir die Strichliste führen. Schon nach wenigen Tagen haben wir aufgegeben. Es war einfach zu frustrierend, wie häufig wir beide unsere Aussagen durch dieses so unscheinbare Wort selber in Frage stellten.
Kürzlich habe ich eine Präsentation erlebt, bei der der Präsentierende nach jedem Satz wie zur eigenen Bekräftigung das Wort „genau“ einschob. Beides – eigentlich und genau – zeigen dem Zuhörer aber deutlich, dass der Verwender seinen eigenen Aussagen nicht traut und mit Hilfe dieser Weichsspül-Worte Inhalte aufweicht und damit schmälert. Quasi ist übrigens auch so ein Wort.
Das Ergebnis ist, dass die Inhalte nicht als gesichert vermittelt werden und die Kompetenz des Redners leidet.
Genauso ist es übrigens mit den wunderbaren Silben ähm und so. Denn sie treten immer dann auf, wenn der Redner unsicher ist was er als nächstes sagen möchte. Sie schieben sich nahezu von selbst in eine Sprech-Lücke ein. In der Folge scheinen sie sich auch noch von selbst zu vermehren ohne dass der Verwender etwas dafür kann. Aber genau das ist der Fall! Es ist gar nich so schwer wie Sie denken, sich von diesen Lieblings-Füllworten zu trennen.
Ich verrate es dir:
Bereite dich auf deine Präsentation bestmöglich vor, üben die Inhalte und entwickel Text-Brücken für Folienübergänge. Dann entstehen keine Sprech-Lücken und du kannst alle möglichen Fragen beantworten.
Lass dich von deinen Freunden auf störende Füllwörter hinweisen. Wenn du selber weißt, dass du sie benutzetist das der erste Schritt sich von ihnen zu trennen.