
Ich möchte, dass meine Harfe singt
In meinem Interview mit Silke Aichhorn tauchen wir in ihre Welt als Harfenistin ein und lernen dabei nicht nur das Instrument besser kennen, sondern hören auch wunderbare und überraschende Geschichten von und über ihr Leben und ihre Arbeit.
Musik gehört schon früh zu ihrem Leben. Sie spielt Klavier und singt im Chor und ist generell schnell für etwas zu begeistern. Sie ist zehn Jahre alt, als sie zu ihrer Mutter sagt: „Ich will Harfe spielen.“ Es dauert zwei Jahre, bis sie endlich eine Harfe bekommt. In der Musikschule sagt ihre Lehrerin schon in der dritten Stunde zu ihr: „Du wirst Harfenistin.“
Doch Silke hat erst nicht genug Zeit zum Üben. Ihre Lehrerin fordert und fördert sie, so dass sie in die Schweiz geht und dort studiert. Sie muss dort ihre Handhaltung völlig neu lernen. Es dauert vier Jahre, bis sie so spielen kann, wie sie es wollte.
Silke erzählt, wie sie sich und ihr Spielen entwickelt hat und sagt: „Ich möchte, dass eine Harfe singt.“ Sie beschreibt, wie ihr das gelingt und welche Möglichkeiten sie hat, einen Ton zu kreieren. Sie räumt mit den gängigen Bildern über Harfenistinnen auf und nimmt uns mit in ihre Welt, zu ihren Konzerten und zu ganz besonderen Orten.
Zwischen Bühnenglamour und dem normalen Leben
Sie spielt über 100 Konzerte im Jahr, unterrichtet und betreut Mentees. Dazu engagiert sie sich als Hospiz-Botschafterin. Sie sagt, dass sie all das unter einen Hut bekommt, weil sie extrem schnell ist. Sie schiebt wenig weg und hinterfragt nicht viel, sondern macht einfach. Sie sagt, dass das von Anfang an da war, weil sie als älteste von sechs Kindern schon immer sehr selbstständig war. Silke hatte schon früh das Vertrauen, dass sie den richtigen Weg einschlägt. Ein Vertrauen, das ihre Eltern ihr in die Wiege gelegt haben.
Wir sprechen darüber, wie wichtig ihr das „normale“ Leben zu Hause ist, welche besonderen Erlebnisse sie bei ihren Konzerten hat und warum ihr jemand gesagt hat: „Du musst mehr Diva sein“. Dann kommen wir zu einem Thema, das mich völlig überrascht: Dass Männer die Welt der Harfe dominieren.
Wie es kam, dass sie bei einem brasilianischen Festival als Dozentin gearbeitet und Konzerte gespielt und ihr eigenes CD-Label gegründet hat, darüber sprechen wir auch.
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